• Jacqueline Schubert

Das Element ERDE - Aus der 5-Elemente-Lehre in der Traditionellen Chinesischen Medizin -

Aktualisiert: 24. Aug.


Foto: Unsplash Paul Mocan

Nach dem kurzen Überblick über alle Elemente der 5-Elemente-Lehre in der Traditionellen Chinesischen Medizin habe ich Dir bereits das FEUER-Element genauer vorgestellt.

Nunmehr folgt das Element ERDE im Kreislauf.


Heute gibt es wieder einen Überblick über


  1. die Basics, den Aufgaben und Bestimmungen von Milz und Magen unserer Mitte.

  2. Du lernst den Erdetypen kennen,

  3. erfährst, wie sich eine Störung im Element Erde, also eine schwache Mitte, äußert und

  4. Du erhältst wertvolle Tipps zur Stärkung Deiner Mitte.


Basics


In der TCM gibt es eine fünfte Jahreszeit, den Spätsommer. Dies ist die Zeit, zwischen Sommer und Herbst, in der die Früchte reif sind und geerntet werden. Von dieser wunderschönen, so so entspannenden Zeit hat auch schon Kurt Tucholsky in seinem Vers "Die fünfte Jahreszeit" geschwärmt. (sehr lesenswert).

Auch die sogenannte DOJO-Zeit, die den Wandel einer Jahreszeit zur nächsten bedeutet, wird dem ERDE-Element zugeordnet. Diese Zeit dauert ca. 3 Wochen und ist die beste Zeit für Entlastung, Stärkung und Harmonisierung deines Körpers.


Das Erdelement wird gerne als „unsere Mitte“ bezeichnet. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Organe Magen und Milz befinden sich in unserer Körpermitte.

Das Erdelement mit seinen zugeordneten Organsystem Magen und Milz ist grundsätzlich für die Nahrungsaufnahme und Verwertung (Stoffwechsel) zuständig. Ebenso auch für Aufnahme und Verwertung von mentalen Input, Emotionen, Eindrücken, ausgelöste Gefühle...

Wenn man also seine „Mitte“ wieder finden möchte tut man gut daran sein Erdelement zu stärken. Die traditionelle chinesische Medizin bietet dafür vielfältige Möglichkeiten. In diesem Fall sind die Ernährung und Atmung die besten. Wie du deine Energie, dein nachgeburtliches Qi aus beiden gewinnst, ohne an deine Substanz zu gehen, habe ich dir in einem älteren Beitrag bereits erklärt. Den Link findest du am Ende dieses Beitrages.

Das Erdelement will gefüttert und genährt werden und das mit möglichst guten Nahrungsmitteln.


Milz:

Unsere Milz ist gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin in deinem Körper die nährende umsorgende Mutter, die dich wärmt und in Geborgenheit einhüllt. Sie versorgt alle anderen Organe mit Yang, Energie und Funktion. Mit dem Überbegriff "Milz" sind alle deine Verdauungsorgane und -drüsen gemeint, welche die gesamte Verwertung und Verteilung der aufgenommenen Nahrung zur Aufgabe haben.

Ist das Qi der Milz kräftig, also ihre Energie, hast du warme Hände und Füße, einen guten Tastsinn, keine Wassereinlagerungen und eine gute Wundheilung. Das Milz-Yang ist abhängig von der treibenden und aktivierenden Kraft des Nieren-Yang.

Die Milz beherrscht das analytische Denken, Lernen, die Einsicht, Konzentration, Vorstellungskraft und Fürsorge und Vernunft.

Die Milz ernährt die Körpersubstanz, also die Muskulatur (Fleisch, Binde- und Fettgewebe sowie die vier Extremitäten hinsichtlich ihrer dicke und Stärke der Muskulatur.

Die Milz öffnet sich über den Mund und die Lippen nach außen und regiert das

Schmecken. Das Sekret ist der Speichel, dessen Menge, Zeitpunkt von der Milz gesteuert wird.


Magen : Der Magen ist die Quelle unseres Abwehr-Qi, unser Immunsystem, und das heißeste Organ in unserem Körper. Alle fünf Yin-Organe (Herz, Leber, Lunge, Milz und Niere, auch der Perikard) beziehen Ihre Energie aus dem Magen. Für seine Aufgabe des Einkochens und Verteilens des Spisebreis braucht der Magen viel Feuchtigkeit. Die Nieren liefern die Energie zum Einkochen. Daher leidet unser Magen besonders bei Trockenheit und schwachen Nieren.


Der Magen ist auch der Ursprung aller Flüssigkeiten im Körper, wie Blut, Gelenkflüssigkeit, Spermien, Speichel, Tränen usw. . Er sorgt mit einer guten Befeuchtung für Wohlbefinden und Vitalität. Dabei extrahiert er die Flüssigkeiten aus der Nahrung. Einfach nur unglaublich viel Wasser zu trinken nützt hier nichts, da das den Verdauungsprozess mangels Nährstoffdichte umgeht.


Neben dem Spätsommer ist dem Erde-Element, die Zeit nach der Pubertät zugeordnet; außerdem die Farben gelb, orange und braun. Der Geschmack ist natursüß und dieser wirkt im Körper entspannend, nährend, befeuchtend und baut Qi auf.


Der Erdetypus


Ein Mensch mit einem ausgeprägtem Erdelement ist jemand, der andere versorgt und ernährt. Dies muss nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenden Sinn verstanden werden. Erdetypen sind von Natur aus mitfühlend und fürsorglich. Sie wollen anderen Menschen helfen und sich um sie kümmern. Das klassische Bild des Erdetypus ist die liebevolle Mutter (der liebevolle Vater), die ihre Kinder versorgt und in dieser Aufgabe völlig aufgeht.

Dem Erdelement ist auch das Bindegewebe (Faszien) zugeordnet, das grundsätzlich die Aufgabe hat Muskeln, Knochen und Organe miteinander zu verbinden. Hier sieht man, dass die körperliche Funktion der geistigen entspricht. Beim Erdelement geht es um das Thema Bindung. Bindung bedeutet auch Stabilität. Jene Stabilität die entsteht, wenn man gut geerdet ist und mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. Ein gut entwickeltes Erdelement vermittelt diese.


Eine schwache Mitte


Wenn die Mitte geschwächt ist, kommt es zu einem Mangel an innerer Körperwärme und Energie und damit zu einer Unterversorgung aller anderen Organe. Zudem kann die harmonische Interaktion der Organe untereinander dann nicht mehr aufrechterhalten werden. Fehlfunktionen oder Krankheiten einzelner Organe wirken sich so wesentlich störender auf den gesamten Organismus aus. Eine weitere Folge einer geschwächten Mitte ist die Entstehung innerer Feuchtigkeit. Damit einhergehend kommt es meist auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für Viren und Bakterien.

Die Hauptursachen sind falsche Ernährung wie kaltes Essen und Trinken, zu viel Milchprodukte, geistige Überarbeitung sowie ständiges Sorgen und Grübeln.


Milz-Qi-Mangel :


· Energiemangel und starke Müdigkeit

· starkes Bedürfnis nach dem süßen Geschmack

· Neigung zu Blähungen und breiigem Stuhl/Durchfall

· Cellulite, Krampfadern, Besenreißer

· Allergien wie Pollenallergie oder Hausstauballergie

· Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Beispiel: Fruktoseintoleranz)

· Blässe

· kraftlose Stimme

· Infektanfälligkeit

· dumpfes Kopfweh


und psychisch:


· Übermäßige Besorgnis

· Starkes Verlangen nach Aufmerksamkeit

· Gefühl der Unzulänglichkeit

· Einsamkeit und innere Leere

· Mangel an psychischer Energie



Energieaufbau der Milz nach TCM


Die Milz ist die Quelle für die Entstehung des gesamten Qi ("Lebensenergie") im Körper und gibt uns im wahrsten Sinne des Wortes Energie. Wenn die Milz geschwächt ist (Milz-Qi-Mangel), dann sind wir einfach müde und erschöpft. Und haben außerdem Verdauungsbeschwerden, weil die Milz für die Umwandlung des Essens in Qi , Blut und Körperflüssigkeiten sorgt, durch die Verdauung.


Deshalb ist das Erste, was wir in der TCM bei Energiemangel und Müdigkeit tun, unsere Milz zu stärken und besser zu atmen.


Es gibt Nahrungsmittel, die Milz/Magen aufbauen und stärken und solche, die eine bereits geschwächte Mitte weiter schwächen.


Gute Eßgewohnheiten sind das wichtigste Prinzip zur Stärkung der Energie der Mitte. Allein dadurch können viele Krankheiten oder Schwächen des Verdauungstraktes geheilt werden.


Versuche:

  • regelmäßige Mahlzeiten zu dir zu nehmen

  • viel warmes Essen (am besten 2-3 mal pro Tag)

  • langsam essen und gründlich kauen

  • keine kalten Flüssigkeiten zum Essen trinken

Iss nach Möglichkeit frische, regionale Lebensmittel, die gerade Saison haben

Iss mit Genuss und lass dir Zeit beim Essen.

Überiss dich nicht. Lass besser noch Platz, damit die „Suppe kochen kann“… siehe Kochtopfmodel

Lass den Kochtopfdeckel mindestens 3-4 Stunden geschlossen, ehe du die nächste Mahlzeit einnimmst.

Das Abendessen ist die kleinste, leichteste Mahlzeit und sollte nicht nach 19 Uhr eingenommen werden, da Magen und Milz dann bis zum nächsten Morgen in ihre Ruhezeit gehen und kaum etwas gescheit verdaut werden kann.



Nahrungsmittel, die die Mitte aufbauen und stärken:



Gekochtes Vollwertgetreide: Hirse, Hafer, Reis, Polenta, Amaranth, Quinoa, Bulgur, Süssreis


Erwärmendes - am besten oranges, gelbes und braunes - Gemüse, gebraten, gedünstet, püriert,

z.Bsp.Möhren, Pastinaken, Kürbis Süßkartoffeln, Kartoffeln, Fenchel, Kürbis,

Hülsenfrüchte, wie Kichererbsen und rote Linsen

Obst-Kompott oder Mus aus Apfel, Pfirsich, Aprikosen, Beeren, Birnen oder Pflaumen Trockenobst: Rosinen, Feigen, Datteln, Aprikosen (ungesüsst und ungeschwefelt)


Fleisch und Süsswasserfische (Zander, Barsch, Forelle, Hecht, Lachs) 2-3 mal die Woche zu je handtellergroßen Portionen.


Nüsse: Pinienkerne, Pistazien, Waldnüsse, Mandeln, Sesam, Kokos,

und unbedingt Gewürze: Vanille, Kardamom, Zimt, Ingwer, Muskatnuss, Oregano, Thymian, Rosmarin.



Nahrungsmittel, die die Mitte schwächen:


  • Weißmehlprodukte und Haushaltszucker

  • zu viel süße Nahrungsmittel und zu viele Milchprodukte

  • zu viel Rohkost, thermisch kühlende Lebensmittel.

  • "Lebens"mittel mit langer Zutatenliste

Wenn Du also regelmäßig gut bekömmliche nährende Speisen zu dir nimmst und dabei in Ruhe isst und gut kaust, verwöhnst du deine Milz enorm und damit auch dich.

Starte mit einem warmen Frühstück und probiere jede Woche ein oder zwei neue milzstärkende Rezepte aus.

Wenn du nicht viel Zeit zum Kochen hast, koche für eine Woche vor und schau, wie gut es dir tut. Die Speisen sollten suppig saftig sein.

Ich erarbeite gerade Booklets für Frühstücksideen und Rezepte für eine starke Mitte. Schau einfach demnächst noch einmal hierher oder folge mir auf Social-Media.


Den Beitrag über das oben erwähnte Kochtopfmodell in der Traditionellen Chinesischen Medizin findest du hier.


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Deine Jacqueline





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