• Jacqueline Schubert

Der Dreifache Erwärmer -Das Kochtopfmodell in der TCM -

Aktualisiert: 20. Aug.


(Foto: Unsplash Artem Maltsev)


"Mitte stärken!" ... Das hörst du sicher öfters. Doch was genau ist denn damit gemeint?


Eigentlich nichts anderes als deine Verdauung, die Aufnahme, Umwandlung und Verteilung deiner Nahrung. Auch Sinneseindrücke und dadurch entstandene Emotionen werden "verdaut" und im Körper verteilt. Was Emotionen mit dir und deinen Organen positiv, aber auch negativ machen können, erfährst du in einem späteren Blogbeitrag.

Der Funktionskreis Milz und Magen ist laut der Traditionellen Chinesischen Medizin „die Mitte“ und stellt die Basis für deine Verdauungskraft dar. Viele Aufgaben des Darms, wie wir sie kennen, werden in der TCM der Milz zugeordnet. Nur wenn die Milz richtig arbeitet, können auch andere Organe reibungslos ihre Tätigkeiten verrichten. ❤️ Eine starke Milzenergie, ein Starkes Milz-Qi sozusagen, bedeutet, einen starken guten Stoffwechsel zu besitzen.❤️


Hierbei arbeitet die Milz ganz eng mit der Lunge und den Nieren zusammen, um für dich deine Energie, dein Qi, zu gewinnen Zusammen bilden die drei den sogenannten Dreifach-Erwärmer, der aus Sicht der TCM maßgeblich für unsere Verdauung, für unsere Abwehr und für unsere Gesundheit verantwortlich ist. Was Qi ist und woher Qi genau kommt, habe ich in einem anderen Blogbeitrag erklärt. Den Link findest du am Ende des Textes.

Der Dreifache Erwärmer wird als „Organ ohne Form, aber mit Funktion“ bezeichnet, da es von ihm keine sichtbare, anatomische Abbildung gibt. Dennoch stellt der Dreifach-Erwärmer einen wesentlichen Aspekt in der TCM dar.

Er besteht aus drei “Wärmekammern” :

Der Untere Erwärmer beschreibt Niere und Blase, aber auch die Fortpflanzungsorgane. Die Nierenenergie liefert das Verdauungsfeuer, welches der Mittlere Erwärmer benötigt, um gut für dich arbeiten zu können.

Dem Mittleren Erwärmer werden der Magen-, Milz-, Darm-, Leber- und Gallenblasen-Energie zugeordnet. Die Milz verarbeitet die zugeführte Nahrung und gewinnt Energie, Qi, also Nahrungs-Qi daraus.

Im Oberen Erwärmer befinden sich Herz und Lunge, welche die gewonnene Energie aus der Nahrung und der Atmung (Atmungs-Qi) verbinden und im Körper verteilen.

Wie der Prozess der Verdauung und Energiegewinnung mit dem Dreifach-Erwärmer genau funktioniert, lässt ich am einfachsten mit dem einem einfachen Kochtopf-Modell erklären:


Das Kochtopfmodell


Bild: agtcm


Alles, was wir essen, gelangt in unseren Magen, den Kochtopf. Wie vorab erklärt, ist die Milz in der TCM dafür zuständig, den Nahrungsbrei in Lebensenergie (Qi) umzuwandeln und für unseren Körper verfügbar zu machen. Dafür erhält sie von den Nieren das Verdauungsfeuer, denn ohne Energie gibt es keine Umwandlung. Das haben wir schon in Physik und Chemie gelernt.

Die Nieren sind also unsere Herdplatte. Magen und Milz trennen "Klares" und "Trübes" aus dem Speisebrei. Klares wird zur Lunge nach oben geschickt, Trübes zum Dünndarm. Der Dampf, der aus dem Kochtopf aufsteigt, stellt also die Energie dar, die die Milz aus der Nahrung gewonnen hat. Sie steigt auf zu den Lungen, die sie dann im ganzen Körper verteilen.

Je nachdem, was wir in unseren Kochtopf, den Magen, hineingeben, brauchen wir eine größere oder kleinere Flamme, damit die „Suppe“ im Topf zu kochen beginnt. Essen wir gekochte oder warme Speisen, genügt es wenn wir die Herdplatte auf kleiner Stufe aufdrehen. Bei rohen oder kalten Nahrungsmitteln müssen die Nieren hingegen ganz schön „Gas geben“, damit eine warme Suppe entsteht.


Gas möchten wir aber sparen. Warum?


Die Nieren speichern unsere Essenz. Das ist die Energie, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben. Wir können uns die Essenz vorstellen wie eine Kerze, die bei unserer Zeugung entzündet wird und am Ende unseres Lebens erlischt. Wenn die Essenz aufgebraucht ist, sterben wir. Deshalb hüte deine Nierenenergie wie einen Schatz und achte darauf, dass sie nicht unnötig verschwendet wird.

Und das kannst du, indem du:


  • warme und gekochte Mahlzeiten zu dir nimmst, um Verdauungsfeuer zu sparen

  • deine Nieren schön warm hältst

  • ausreichend schläfst


Der Magen ist die Quelle aller deiner Körpersäfte Dort ist die Basis für die Blutbildung und Befeuchtung deiner Haut und Organe. Hier startet auch die Bildung von Gelenkflüssigkeit, Tränen, Gehirnwasser, Fruchtwasser und alle anderen Flüssigkeiten. Er braucht dafür saftige, suppige Speisen. Er zieht also Eintöpfe oder Kompotte einer trockenen Brotmahlzeit vor. Es reicht nicht, immer nur ganz viel Wasser zu trinken. Das läuft quasi durch, wie du sicherlich schon gemerkt hast.


Alles was im Magen ankommt, soll eine körperwarme Suppe sein, die bestenfalls durch dünsten, kochen und gut durchgekaut schon so gut bekömmlich und leicht verdaulich ist, dass du kaum Verdauungsenergie benötigst.

Vermeide eiskalte Getränke, Speisen direkt aus dem Kühlschrank und zu viel Rohkost. Achte darauf, dass, das, was du aufnimmst mindestens zimmerwarm, besser körperwarm, ist.

Dein Bauch dankt es dir, indem du von Blähungen, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung befreit wirst. Und was das Allerwichtigste ist: Du wirst mehr Mikro- und Makronährstoffe, aus deiner Nahrung gewinnen können, dich dadurch fitter und satter fühlen.


Also warm essen, gut kauen und genießen. Dann kann unsere „Mitte“ die meiste Energie aus der Nahrung für uns gewinnen!


Demnächst erscheint auch mein Beitrag über die Milz und wie du sie durch Lebens- und Essgewohnheiten stärken kannst. Außerdem stelle ich dir meine Lieblingslebensmittel zur Stärkung vor und es gibt Rezepte hier und vor allem auf Instagram.


Den oben erwähnten Beitrag, wie wir unser Qi gewinnen, findest du ➡️hier .


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Deine Jacqueline




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