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  • Jacqueline Schubert

Hallo Zyklus, hallo Erdbeerwoche. Deine Menstruation verrät einiges über deinen Gesundheitszustand

Aktualisiert: 30. Okt. 2022


Menstruationsschmerzen sind nicht normal

Immer und immer wieder… Ich glaube, fast alle Frauen kennen das: Einmal im Monat spüren wir diesen Schmerz…Unterleib vorne und hinten und die Knie, alles tut weh, vielleicht sogar mit weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen. Man fühlt sich schwach und erschöpft. Eine Woche vorher ist man leicht reizbar und traurig, das blöde PMS, prämenstruales Syndrom….


Bei mir war das ganz krass. Ich habe mich gekrümmt vor Schmerz, hab mich total zurückgezogen. Lange dachte ich, das sei doch so normal und fand das auch recht gemein.

ABER NEIN!!! Diese Probleme sind durchaus nicht normal, sondern haben ihre Ursache ganz ganz woanders. Tatsächlich ist hier wieder die Leber im Spiel.


Unser weiblicher Körper ist ein Wunder. Bis zum Abschluss der Wechseljahre ermöglicht er jeden Monat, neues Leben zu erschaffen. Ein Wechselspiel der Hormone -fein aufeinander abgestimmt- ermöglicht den regelmäßigen Auf- und ggf. Abbau der Gebärmutterschleimhaut, Wachstum der Eizellen, ein Eisprung und vielleicht auch die Einnistung einer Eizelle. Dann ist es auch verständlich, dass solch ein komplexes System sehr anfällig für Störungen ist. Ursachen dafür gibt es viele.


Zunächst solltest du westliche Erkrankungen medizinisch abklären lassen, wie zum Beispiel Endometriose, Adenomyose, Myome oder Polypen. Auch sexuell übertragbare Erkrankungen oder akute oder chronische Unterleibsentzündungen können diese Schmerzen verursachen.


Wurde das ärztlich untersucht und ausgeschlossen, beruht der Schmerz aus schulmedizinischer Sicht meist auf einer erhöhten Kontraktion der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Das Zusammenziehen des Endometriums ist wichtig, um den Zyklus zu beenden und eine Blutung hervorzurufen. Dafür setzt der Körper Prostaglandine frei, ein Schmerzbotenstoff, der die Kontraktionen unterstützt. Werden zu viele Prostaglandine ausgeschüttet, entstehen Krämpfe und unangenehme Schmerzen.

Die Schulmedizin verschreibt entsprechend Schmerzmittel oder die Einnahme einer Anti-Baby-Pille. Beides hilft zunächst, ist aber keine dauerhafte Lösung. Du willst doch nicht dein Leben lang auf ein Medikament angewiesen sein, damit dein Körper den natürlichen Prozessen folgen kann. Es gibt aber auch manchmal Zeiten im Leben, wo wir Schmerzmittel benötigen oder auch eine hormonregulierende Pille sehr notwendig ist. Bitte verwehre dich da nicht komplett dagegen. Es gibt auch dann Möglichkeiten, die Balance trotzdem wieder her zu stellen.


Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte und eine Regulation ohne westliche Medikamente braucht oft etwas Zeit.

Aber wenn Du Deinen Körper und Deinen Zyklus besser kennen und verstehen lernst, kannst Du Dein Problem vielleicht selbst lösen und zu Deiner Balance zurückfinden. Dazu gehört oft auch eine Umstellung von Ernährung und Lifestyle.


Was sagt nun die TCM dazu?


Maßgeblich für den reibungslosen Ablauf aller Geschehnisse ist in der TCM ein guter Fluss von Qi und Blut. Eine schmerzhafte Menstruation heißt hier Tong Jing, was übersetzt wird mit „Schmerz auf Grund von Stockung“. Es handelt sich hier also NICHT um einen natürlichen Schmerz, der „auszuhalten“ ist!


Die Schulmedizin nennt diese Schmerzen allgemein „Dysmenorrhö“ ohne weitere Differenzierung. In der TCM ist Schmerz aber ein Symptom. Dieses wird ernst genommen, denn dies weist auf eine tieferliegende Dysbalance mit verschiedenen Ursachen hin.

Aus Sicht der TCM ist bei solch starken Menstruationsproblemen , wie schon erwähnt, der Energiefluss in deinem Körper mangelhaft oder blockiert (Qi-Stagnation). Wenn sich die Energie, das Qi, aus verschiedenen Gründen über einen langen Zeitraum hinweg staut, kann auch das Blut nicht richtig fließen, denn in der TCM sind Qi und Blut ebenso miteinander verbunden wie das Yin und das Yang. Die Ursache für eine Stockung kann jedoch auch sogenannte Fülle oder Leere sein. Da bedarf es der so wundervoll individuellen Diagnose der TCM. Hier wird deine gesamte Konstitution betrachtet, ob du schnell frierst, wie deine Verdauung ist, dein Schlaf, deine Haut; ja sogar deine Emotionen. So werden eventuelle Ungleichgewichte in deinem Körper herausgefunden und können gezielt behandelt werden, als Gesamtpaket sozusagen,

Mensi-Schmerzen spürst du zwar nur vor oder während der Regel, die Qi-Stagnation ist aber die ganze Zeit da. So ist die Frage nach Menstruationsbeschwerden eine der wichtigsten Fragen bei der Diagnose nach TCM.

Wenn die Schmerzen vor Beginn und während der ersten Tage der Blutung am schlimmsten sind und es eher ein starker, stechender Schmerz ist (mit viel Blut und evt. Klumpen) weist das auf eine deutliche Fülle-Stagnation (zu viel innere Hitze) hin. Druck verschlechtert diesen Zustand meist. Diese Hitze wird durch das Blut abgeleitet und die Beschwerden werden gleich besser.

Wenn die Schmerzen gegen Blutungsende am schlimmsten sind, eher ein dumpfer und beständiger Schmerz mit Besserung bei Druck, steckt eine Leere dahinter, zum Beispiel Yin-Mangel. Der Körper hat Blut und damit Substanz (Yin) verloren und zeigt jetzt an, dass er erschöpft und energetisch "leer" ist. Begleiterscheinungen können hier insbesondere Schwächezustände sein. Ich bin dann immer kreidebleich und viele fragen mich, ob ich krank bin…

Außer Schmerzen zeigen auch Stimmungsschwankungen und eine unregelmäßige Menstruation eine Leber-Qi-Stagnation.

Jetzt fragst du dich vielleicht, womit du deinen wundervollen Körper unterstützen kannst, wieder in sein Gleichgewicht zu finden? Ich habe ein paar wertvolle Tipps und Empfehlungen für dich zusammengestellt:


1.Das klassische Wärmekissen auf den Bauch legen und Massage in Energierichtung (TUINA)


Wärme entspannt die angespannte Gebärmutter.

Sanfte Streichbewegungen des Bauches helfen, Qi und Blut zu bewegen. So können die unangenehmen Stagnationen gelöst werden. Hierfür benötigst Du nur ein hochwertiges Öl- und Deine Hände. Massiere sanft für 1-2 Minuten deinen Bauch mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Als gutes Hausmittel hat sich auch Kamillenöl (in der Apo) bewährt, wovon man wenige Tropfen mit in das Massageöl gibt.

Diese Bauchmassage ist sehr wirksam auch bei Verdauungsproblemen, die ja auch auf einen Energiestau gründen und bei Blähungen bei Babys.


2.Akupressurpunkte bei Regelschmerzen:


Massiere mit mit Daumen und Zeigefinger die Stelle an der Unterschenkel-Innenseite, eine Hand breit unter dem Knie. Du merkst sofort eine Linderung der Periodenschmerzen. Vorbeugend kannst Du diesen Akupressurpunkt mehrmals täglich fünf Minuten lang massieren.


3.Durchblutung steigern durch Sex und andere Bewegung


Versuche, gezielt die Durchblutung des Beckens anzuregen. Das geht sehr gut mit Fahrradfahren, aber auch Bauchtanz, Salsa oder Hulahoop wirken in der Schmerzzone „Unterleib“.

Auch Sex ist sportliche Betätigung.

Nicht nur wegen des entkrampfenden Höhepunktes, der nicht nur durch klassischen Geschlechtsverkehr erreicht werden muss. Es gibt Erfahrungsberichte, dass Masturbation während der Regelblutung die unangenehmen Schmerzen reduziert.

Ausserdem werden bei jeglicher sexueller Erregung und speziell bei einem Orgasmus verschiedene Hormone ausgeschüttet. Vor allem das „Kuschelhormon“ Oxytozin wirkt auch schmerzlindernd. Außerdem wirkt es auf die Muskulatur, die bei Schmerzen oft sehr angespannt ist. Zusätzlich schüttet das Gehirn das „Glückshormon“ Dopamin aus. Und glücklich sein hilft immer gegen Schmerzen.


4.Ernährung


Da es sich aus unserer TCM-Sicht bei Regelschmerzen meist um eine Stagnation von Blut und Qi handelt, helfen Nahrungsmittel, die bewegen und auflösen Einige Lebensmittel können durch ihre entspannende und Energie bewegende Wirkung tatsächlich Linderung verschaffen. Auch solltest du das verlorene Blut gut aufbauen.


Bewegend sind bittere und leicht scharfe Speisen und Gewürze. Ergänze also Deinen Speiseplan, wenn du am Anfang der Periode Schmerzen hast (Fülle) mit kühlenden bitteren Kräutern wie Petersilie, Koriander, Rucola, Löwenzahn, Kurkuma und Zitrone, die du mit über das Essen streust. Vermeide bei innerer Hitze vor allem scharfe Gewürze, Knoblauch, Ingwer, Zimt, Alkohol und Rauchen sowie zu viel Fleisch. Iss bevorzugt Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte, schon 2 Wochen vorher.

Wenn du eine übermäßig starke Monatsblutung hast, solltest du gut auf dein Blut achten. Es könnte sich sonst ein Blutmangel entwickeln. Iss Blutaufbauendes dunkelgrünes und dunkelrotes Obst und Gemüse, Rindfleisch. Jeden Tag ein Glas Saft aus Roter Bete oder dunklen Trauben unterstützt dich ebenfalls dabei.

Einige Kräutertees wie Hirtentäschel oder Schafgarbe können helfen, starke Blutungen einzudämmen. Pfefferminztee kühlt die Hitze. Trinke max. 2-3 Tassen am Tag oder nimm für eine Liter Wasser nur einen Teebeutel.

Wenn Du eher zum Ende hin Probleme hast, also ein Leere-Syndrom, bereichere deine Speisen besser mit wärmender Frühlingszwiebel, Lauch, Rosmarin Zwiebel und baue dein Blut auf. Bei innerer Kälte, Leere empfiehlt die TCM-Ernährung ausserdem drei gekochte Mahlzeiten täglich zu essen.

Reduziere Brotmahlzeiten, Kühlschrankessen, kalte Getränke und zu viel Rohkost. Vor allem Gurke, Tomate und Südfrüchte wirken stark abkühlend.

Wenn Du zu Durchfall neigst, sei außerdem mit bitteren Lebensmitteln vorsichtig.

Und ganz wichtig: Iss warm! Unter den Schmerzen und Krämpfen leidet meist auch dein Verdauungssystem. Trotzdem brauchst Du aber gutes und kräftigendes Essen, damit der Körper genügend Qi hat, um die Blutung voranzubringen. Wenn du Rohkost oder kalte Speisen wie Milchprodukte isst, erschwerst du Magen und Darm die Verdauung. Das bedeutet: Mehr Arbeit für Deinen Bauch, der ja eh schon so leidet.

Einen Gefallen tust Du Dir mit kräftigen Suppen, mild gewürzt, dazu viel grünes Blattgemüse (Eisen!), oben genannte frische Kräuter (bewegen das Qi) und ein paar (nicht viel) Algen (bewegen Blut).

Mit einigen Radieschen oder Kohlrabi kannst Du die den dumpfen Kopfschmerzschädel etwas auflockern und kühlen.


Besonders positiv auf PMS wirkt Vitamin B6, da es die Nerven stabilisiert (z. B. in Walnüssen, Linsen). Auch Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Lachs, Lein- und Rapsöl) helfen, Schlechte-Laune-Attacken und Beschwerden auszubremsen. Denn die Fettsäuren drosseln die Konzentration an Prostaglandin, dem vorhin beschriebenen körpereigenen Schmerzbotenstoff, und heben die Laune.


Wenn die Brüste spannen, solltest du auf entwässernde Lebensmittel wie Reis setzen und Kaffee meiden. Auch Kalzium mindert Wassereinlagerungen (z. B. in grünem Gemüse, Joghurt, Trockenfrüchten).


5. Mönchspfeffer, auch Agnus castus, genannt.


Das nimmst du wie eine Pille jeden Tag zur gleichen Zeit für ein halbes Jahr und dann hast du für viele viele Jahre einen ausgeglichenen Zyklus. Hier kannst du mehr darüber erfahren



Ich hoffe, ich konnte dich mit meinen Tipps ein wenig inspirieren, besser auf deinen Körper, also dich, zu achten und dieses großartige Wunderwerk der Natur mit Achtsamkeit und guten Nahrungsmittel zu unterstützen. Bei so so vielen Beschwerden sind die Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin eine wundervolle Unterstützung und ein sehr sehr starkes Instrument.


Bei diesen Beitrag habe ich mich sehr stark von Jessica Noll aus Berlin, Praxis Qi-Point, inspirieren lassen. Sie ist TCM-Expertin mit dem Schwerpunkt Frauenheilkunde.


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Bleib neugierig!


Deine Jacqueline









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